Wie schon in meinem letzten Beitrag angemerkt, hatte ich vergangene Woche die Gelegenheit, einige mobile Anwendungen bei einer Konferenz in Berlin vorzustellen. Da ich gerne das Nützliche mit dem Angenehmen verbinde und ich Berlin noch nie als Tourist besucht habe, nutzten wir die Gelegenheit und verbrachten zwei Touristentage in Deutschlands Bundeshauptstadt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch die Reiseführereigenschaften des G1 ein wenig auf die Probe stellen.
“Google Maps” zur Orientierung
Dass Google Maps zu einer meiner mobilen Lieblingsanwendungen zählt, ist ja kein Geheimnis. Ich finde die Anwendung einfach super praktisch – es ist wohl eine der nützlichsten Anwendungen, wenn man sich in einer fremden Stadt bewegt.
Einsatzmöglichkeiten gibt es unzählige, in unserem Fall haben wir den Checkpoint Charlie nicht auf Anhieb gefunden und einfach mit Google Maps danach gesucht.

Checkpoint Charlie
“Berlin Metro” als Fahrplan
Eine weitere Anwendung für die Orientierung ist “Berlin Metro”, ein Dienst, der das U- und S-Bahn Netz auf das G1 bringt. Die Anwendung hält den Vergleich mit “Fahrplan” (iTunes Link) am iPhone zwar nicht stand, ist aber im Moment noch die einzige Anwendung für diesen Zweck am G1. Hier wird man sich noch ein wenig gedulden müssen, bis bessere Alternativen nachkommen.
Denn viel mehr als ein Bild des Verkehrsnetzes bietet das Programm noch nicht. Die Suchfunktion besteht nur aus einer Liste der Haltestellen, die man durchsuchen muss. Eine Suchfunktion innerhalb der Liste wird auch nicht geboten. Von den Abfahrzeiten, einer Umgebungssuche oder gar Routenplanung ist man bei dieser Anwendung noch weit entfernt.

G1 - Berlin Metro
“Qype” zum Finden von gutem Essen
Qype ist für mich mittlerweile ebenfalls sehr nützlich geworden. Ich finde damit jederzeit etwas Gutes zum Essen und kann mir vor dem Eintritt in ein Lokal noch schnell die Meinungen anderer User durchlesen und die Wahl dementsprechend ändern.
“Wikitude AR Travel Guide” am Fernsehturm
Die innovativste Anwendung für das G1 ist in meinen Augen “Wikitude” von Mobilizy. Das behaupte ich nicht nur, weil es sich um ein Salzburger Startup handelt, sondern weil die Frage “Was ist in meiner Nähe” wirklich innovativ beantwortet wird.
Wikitude blendet Informationen zur Umgebung als Overlays in das Kamerabild ein. Eine Karten- und Listenansicht ist auch möglich. Die Informationen werden von Wikipedia und QYPE bezogen.
Eine perfekte Gelegenheit Wikitude zu testen, war der Blick vom Fernsehturm in Berlin über die Metropole. Berlin glänzt in meinen Augen ja nicht durch Übersichtlichkeit, mit Wikitude hat sich der Nebel zumindest ein wenig gelichtet.
Leider musste ich die Screenshots wieder einmal nachstellen (keine Screenshots am G1), deshalb der Blick von unserer Terrasse auf den Augarten:

G1 - Wikitude

Wikitude Kartenansicht
“The Weather Channel” für die Wetterprognose
Bei einem Sightseeing-Trip ist es notwendig, die richtige Kleidung und Schuhwerk mitzuhaben. Um das gewährleisten zu können, versorgt einen der “The Weather Channel” mit ausführlichen Wetterinformationen und Prognosen für die nächsten Tage. Das Wetter wird dadurch zwar nicht besser, aber zumindest kann man sich entsprechend vorbereiten.
Kamera zum Festhalten der Erinnerungen
Theoretisch kann man mit der integrierten Kamera die Eindrücke der Stadt für später festhalten und auf eine zusätzliche Kamera verzichten. Theoretisch, weil die G1-Kamera Schrott ist und ich mich wohl ewig über die miesen Bilder ärgern würde. Deshalb habe ich auf die Kamera meines N95 vertraut. Das N95 ist zwar auch keine DSLR Kamera, für den Schnappschuss zwischendurch reicht es aber allemal und außerdem beschert sie mir keinen schiefen Rücken vom Tragen.
Leider kann die Kamera auch nicht durch ein Firmware-Update verbessert werden. Die Anwendung “SnapPhoto” versucht die Qualität der Bilder durch Verwendung des Lagesensors zu verbessern. Die Anwendung will erkennen, wann die Kamera ruhig gehalten wird und löst erst dann aus. Das Ruhig-Halten ist aber wohl das kleinste Problem und die schlechte Kamera wohl ein Hauptargument gegen das G1.

G1 - SnapPhoto
Roaming vs. WLAN
Die oben genannten Anwendungen werden wohl auch kritische Geister schnell von mobilen Diensten im Urlaub überzeugen. Es ist wirklich praktisch, das Handy auch im Ausland ins Web zu jagen – Kopfschmerzen bereitet da nur die Telefonrechnung danach.
Freies WLAN ist in Berlin zwar oft zu finden, in der Nähe der typischen Touristenattraktionen ist aber kaum damit zu rechnen. Bleibt die Hoffnung, dass die Verfügbarkeit von freien WLANs in Zukunft zunimmt. Berlin testet so etwas ja gerade, andere Städte sind schon weiter oder freie Initiativen versuchen ähnliches.
Ich halte solche Initiativen für sehr wertvoll und wichtig. Allerdings haben hier die Mobilfunker starken Handlungsbedarf. Es ist kaum zu argumentieren, dass weltweit operierende Mobilfunker Geräte verkaufen, mit dem man Always-on ist und dies enden soll, sobald man die Landesgrenzen verläßt. Zumindest innerhalb der EU sind ja Grenzen etwas Abstraktes geworden und man bewegt sich völlig frei. Warum muss gerade ein Kommunikationsgerät noch an Grenzen gebunden sein, wenn sogar derselbe Provider am Display erscheint?







He, das ist aber so einiges an wirklich genutzen Applikationen. Als Reisebegleiter sind die mobilen Webanwendungen imho am zweckdienlichsten eingesetzt. GoogleMaps macht aber wirklic nur mit GPS-Empfänger sinn, muß ich leidlich an meinem old-school Blackberry feststellen.
Gibts eigentlich sowas wie Berlin-Metro auch für die Wiener-Linien? Ich rate mal Nein oder?
Soweit ich weiß leider noch nicht – sollte man machen!
Hi,
Zu “Berlin Metro als Fahrplan”
Wir von andforge.net entwickeln gerade eine eine Applikation namens “Fahrplan”. Sie befindet sich noch in der Beta Phase. Die app gibts auch schon im Android Market unter dem Namen “Fahrplan Beta”. Sie soll für ganze Deutschland funktionieren. Daher ist sie zwar nicht auf Berlin zugeschnitten, sollte aber trotzdem hilfreich im Alltag sein.
Schönen Gruß,
Mohammed
[...] Mit dem Handy auf Reisen [...]
@Mohammed: Habe es kurz getestet. Die Suche von Berlin-Hauptbahnhof nach Hamburg-Hauptbahnhof endete aber mit einer fehlerhaften Fahrt.
Umkreissuche wäre auf jeden Fall wünschenswert, sonst kann ich ja auch auf die Seite der DB gehen.
Viel Erfolg mit eurer Anwendung!
@Peter Hoeflehner
mist
das war dann wohl der vorführeffekt 2.0 , naja ich hoffe dass wir bald alle probleme gefixt haben.
was genau meinst du mit umkreissuche?
“sonst kann ich ja auch auf die Seite der DB gehen” ….. das stimmt ….. fast
wir versuchen den prozess stark zu vereinfachen … nach einer zeit sind alle straßen welche du verwendest in der autocomplete box gespeichert und du kannt mit wenigen klicks deine auskunft bekommen … auch wird das feld für die stadt anhand deiner position automatisch ausgefüllt …
Auf jedenfall vielen Dank fürs Testen !!!
Wir werden auf jedenfall drann bleiben!
Tja, das kennen wir alle!
Mit Umkreissuche meine ich genau das, was du mit “auch wird das feld für die stadt anhand deiner position automatisch ausgefüllt” beschreibst. Suche der nächstgelegenen Haltestelle.
Viel Erfolg! Ich werde es mir wieder ansehen, wenn ich das nächste mal in Deutschland bin…