Wie ich schon des öfteren angemerkt und im Artikel über Walled Gardens auch veröffentlicht habe, bin ich der Meinung, dass nicht für jeden Anwendungsfall eine mobile Applikation sinnvoll ist. Vor kurzem hat Vic Gundotra, Google Engineering Vizepräsident, bei einer Konferenz angemerkt, dass die Zukunft in Web-Apps zu suchen ist.
Das dieser Kommentar nicht an den Haaren herbeigezogen ist, beweist Google mit Google Latitude für das iPhone recht anschaulich. Der Dienst zeigt gut, wie weit man mittlerweile Telefonfunktionen innerhalb des Browsers nutzen kann und wie komfortabel sie auch zu bedienen sind. Bei Latitude, einem Dienst bei dem man seinen Freunden bekannt geben kann wo man sich gerade aufhält, wird von der Webapplikation auf den gegenwärtigen Standort (Zellinformation, WLAN-Positionierung oder GPS) zurückgegriffen.
Das ist nur möglich, weil der Browser (Safari) ab iPhone OS 3.0 auf die Positionsbestimmungsmethoden des Gerätes zugreifen kann und das an die Webapplikation weiterreicht. Firefox 3.5 bringt diese Möglichkeit auch auf den Desktop-PC bzw. Notebook und zeigt in meinen Augen ganz gut, wie die Zukunft der Browser aussehen wird. Auf mobilen Browsern macht die Position in meinen Augen noch mehr Sinn – das werden die verschiedenen Hersteller wohl über kurz oder lang auch so sehen.
Für die Entwickler von mobilen Diensten würde das eine deutliche Erleichterung und Kostenersparnis bringen, da nicht mehr für iPhone, Android, S60, Maemo, Java, Windows Mobile, usw. entwickelt werden müsste, sondern “nur” noch die Stylesheets und Skripte für den Zugriff auf diese Funktionen angepasst werden müssten. Ganz nebenbei würde man sich noch die “wird meine App zugelassen”-Angst ersparen und sie auch leichter updaten können, ohne die User gleich mit Updates bombardieren zu müssen.
Ich bin überzeugt, dass Browser in Zukunft auf weitere Kernfunktionen des Gerätes zurückgreifen werden und sich dann viele Dienste überlegen, noch eigene Applikationen zu entwickeln. Welchen Nutzen hat “TIME.com” wirklich, wenn sie als x-te Zeitung eine eigene iPhone-Applikation im App Store zur Verfügung stellt? Erreichen sie mit einer wirklich guten mobilen Version die zahlreichen Blackberrys, Nokias, etc. und natürlich die iPhones nicht genauso gut? Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass es mittlerweile zum guten Ton gehört, auch eine iPhone App zu haben.









der trend geht bei desktop anwendungen schon seit jahren in richtung browserbasierte anwendungen.
da das mobile inet nun auch aus den kinderschuhen raus is, kann man deine headline gsd ganz klar mit “JA natürlich” beantworten und ist auch wenig überraschend
Wenn man sich die Prognosen & Studien zu den verschiedenen App Stores ansieht und nachdem jeder Hersteller an einem eigenen bastelt, scheint das dann doch nicht ganz so klar zu sein…
solang sie können werden die hersteller ja auch geld damit verdienen wollen. sobald eben (wie du schreibst) die browser auf kernfunktionen des gerätes zugreifen können wird es unzählige web anwendungen geben, die “die kostenpflichtigen” ersetzen.
nur a frage der zeit bis der erste hersteller das ermöglicht bzw. bis ich mein mobiles endgerät mit einem anderen os flashen kann (geht wahrscheinlich eh schon, kenn mi ja mobil ned aus). dann wird von den global players nachgezogen, das ganze noach als big invention verkauft und schon befinden wir uns im jahr 2011
.. history repeats itself
Auf der dmexco gab´s genau zu dem Thema auch eine Diskussion. Zu einem Ergebnis war man dort nicht gekommen. Ich denke aber auch, dass die mobilen Seiten wichtiger sind als Apps, die gut als Ergänzung laufen können.
– Yasmin
[...] hat beispielsweise Google Voice nicht zugelassen und auch für Google Latitude musste Google eine webbasierte Version bauen, um der rigorosen Behandlung von Apple zu [...]
Viele Apps sind ja nichts anderes als “Browser”, die dann via Internet auf aktuelle Daten zugreifen. Die meisten dieser Apps könnte man auch gleich als Webapp für alle Browser nutzbar machen. Apps im Store lassen sich aber einfacher zu Geld machen
Ich denke, dass es in Zukunft auf der einen Seite immer mehr (kostenpflichtige) Apps zu kaufen, auf der anderen Seite kostenlose mobile Dienste als Alternative oder Ergänzung zur normalen Homepage geben wird. Dazu gibt es ja inzwischen auch einige opensource frameworks (iWebkit, meishimo.com, etc.)