In den vergangen Wochen und Monaten wurde ich immer wieder gefragt, ob es notwendig ist, eine iPhone App zu haben. Ich muss vorausschicken: Ich bin kein Freund von Apps und halte es mit dem Running Gag vom Castlecamp 2010 in Kaprun “Braucht jeder Depp a App?” Bereits vor einiger Zeit habe ich meine Meinung dazu um einen weiteren und eigentlich sehr ernst gemeinten Satz erweitert: read more
Google Maps ist wohl eine der besten und beliebtesten Anwendung auf mobilen Geräten. Das liegt weniger an der Einzigartigkeit oder der Qualität der Karten. Hier gibt es Konkurrenz von verschiedenen Anbietern. In meinen Augen kennt man Google Maps einfach von der Webversion und ist deshalb schon sehr gut mit dem Look & Feel vertraut.
Nicht nur ich vermisse offenbar Google Maps am Nokia N900. Weshalb ich hier mal ein paar Alternativen vorstellen möchte, um die Wartezeit auf eine echte Portierung zu überbrücken.
Damit der vorinstallierte Browser des N900 auf die Position zugreifen kann, muss die GeoLocation provider extension installiert sein. Die Extension findet man wie gewohnt im Programmkatalog.
Eine wirklich gute Version von Google Maps für das N900 bzw. für maemo hat ein Entwickler aus Bern gemacht.
Ich habe ein Video gemacht, um die Funktionen zu zeigen:
URL: http://tomch.com/maemaps.html
Wie für die meisten Dienste, bietet Google auch für Maps eine mobile Version der Webseite und diese funktioniert bis auf ein paar Einschränkungen auch auf dem N900 ganz gut.
Hier ein Video von thenokiablog:
Wie ich schon des öfteren angemerkt und im Artikel über Walled Gardens auch veröffentlicht habe, bin ich der Meinung, dass nicht für jeden Anwendungsfall eine mobile Applikation sinnvoll ist. Vor kurzem hat Vic Gundotra, Google Engineering Vizepräsident, bei einer Konferenz angemerkt, dass die Zukunft in Web-Apps zu suchen ist.
Das dieser Kommentar nicht an den Haaren herbeigezogen ist, beweist Google mit Google Latitude für das iPhone recht anschaulich. Der Dienst zeigt gut, wie weit man mittlerweile Telefonfunktionen innerhalb des Browsers nutzen kann und wie komfortabel sie auch zu bedienen sind. Bei Latitude, einem Dienst bei dem man seinen Freunden bekannt geben kann wo man sich gerade aufhält, wird von der Webapplikation auf den gegenwärtigen Standort (Zellinformation, WLAN-Positionierung oder GPS) zurückgegriffen.
Das ist nur möglich, weil der Browser (Safari) ab iPhone OS 3.0 auf die Positionsbestimmungsmethoden des Gerätes zugreifen kann und das an die Webapplikation weiterreicht. Firefox 3.5 bringt diese Möglichkeit auch auf den Desktop-PC bzw. Notebook und zeigt in meinen Augen ganz gut, wie die Zukunft der Browser aussehen wird. Auf mobilen Browsern macht die Position in meinen Augen noch mehr Sinn – das werden die verschiedenen Hersteller wohl über kurz oder lang auch so sehen.
Für die Entwickler von mobilen Diensten würde das eine deutliche Erleichterung und Kostenersparnis bringen, da nicht mehr für iPhone, Android, S60, Maemo, Java, Windows Mobile, usw. entwickelt werden müsste, sondern “nur” noch die Stylesheets und Skripte für den Zugriff auf diese Funktionen angepasst werden müssten. Ganz nebenbei würde man sich noch die “wird meine App zugelassen”-Angst ersparen und sie auch leichter updaten können, ohne die User gleich mit Updates bombardieren zu müssen.
Ich bin überzeugt, dass Browser in Zukunft auf weitere Kernfunktionen des Gerätes zurückgreifen werden und sich dann viele Dienste überlegen, noch eigene Applikationen zu entwickeln. Welchen Nutzen hat “TIME.com” wirklich, wenn sie als x-te Zeitung eine eigene iPhone-Applikation im App Store zur Verfügung stellt? Erreichen sie mit einer wirklich guten mobilen Version die zahlreichen Blackberrys, Nokias, etc. und natürlich die iPhones nicht genauso gut? Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass es mittlerweile zum guten Ton gehört, auch eine iPhone App zu haben.
Wenn es darum geht die Nutzung von mobilem Internet, wobei hier der Zugang mit dem Handy gemeint ist, in Zahlen zu packen, dann gibt es jede Menge Studien und Umfragen und jede kommt zu einem anderen Ergebnis.
Auf dem von mir oft erwähnten Blog Mobile-Zeitgeist lief vor kurzem eine Umfrage unter den Besuchern, wann sie den Durchbruch des Mobile Webs sehen. Die Frage hat Experten angesprochen, die klare Zielgruppe des Blog. Darum ist das Ergebnis auch sehr interessant und als Einschätzung von Experten sehr wertvoll.
Eine etwas andere Kommunikation hat der Blog deutsche-startups.de gewählt. Hier wurde eine On-site Umfrage als repräsentativ für die Internet-Gesamtnutzerschaft bezeichnet und sogar von Tecchannel aufgegriffen. Ich weiß wie schwer es ist an aussagekräftige Zahlen zu kommen bzw. wie teuer sie zu bekommen sind. Die Umfrage für sich ist auch sehr spannend und interessant, allerdings sehe ich die Besucher eines Startup-Blogs nicht als repräsentativ an.
Dennoch bietet vor allem die Auswertung der genutzten Anwendungen einen interessanten Einblick in das Nutzungsverhalten. Ich denke, diese Anwendungen würden auch bei einer repräsentativeren Umfrage nicht viel anders aussehen und bieten daher einen guten Anhaltspunkt für die Relevanz gewisser Anwendungen.
Nachtrag: Die Umfrage wurde nicht nur On-Site gemacht, sondern auch in Zusammenarbeit mit meinungsplatz.de. Wie repräsentativ dies ist, sollte jeder selbst für sich entscheiden.
Ich finde derartige Umfragen immer wieder sehr wichtig und gut, allerdings sollte man sich nicht allzu sehr darauf verlassen.
Das W3C Konsortium hat vor kurzem Guidelines für das mobile Web (EN) herausgebracht und auch noch recht nette und übersichtliche Flip Cards dazu gepackt!
Wie von einem Standardisierungskomitee auch nicht anders zu erwarten, bieten die Guidelines und Empfehlungen einen guten Anhaltspunkt um seine Webseiten auch mobil nutzbar zu machen. Vor allem die Empfehlung für die Tests
Führen Sie Tests sowohl am eigentlichen Gerät als auch an Emulatoren durch.
kann ich aus meiner Erfahrung nur unterstreichen, wobei ich Tests mit Emulatoren nur bedingt als Alternative sehe.
Die Flip Cards kann man sehr gut als Checkliste und Quick-Check seiner Vorhaben verwenden!