Mit dem Handy auf Reisen

March 3rd, 2009   •   7 comments   

Wie schon in meinem letzten Beitrag angemerkt, hatte ich vergangene Woche die Gelegenheit, einige mobile Anwendungen bei einer Konferenz in Berlin vorzustellen. Da ich gerne das Nützliche mit dem Angenehmen verbinde und ich Berlin noch nie als Tourist besucht habe, nutzten wir die Gelegenheit und verbrachten zwei Touristentage in Deutschlands Bundeshauptstadt. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch die Reiseführereigenschaften des G1 ein wenig auf die Probe stellen.

“Google Maps” zur Orientierung

Dass Google Maps zu einer meiner mobilen Lieblingsanwendungen zählt, ist ja kein Geheimnis. Ich finde die Anwendung einfach super praktisch – es ist wohl eine der nützlichsten Anwendungen, wenn man sich in einer fremden Stadt bewegt.

Einsatzmöglichkeiten gibt es unzählige, in unserem Fall haben wir den Checkpoint Charlie nicht auf Anhieb gefunden und einfach mit Google Maps danach gesucht.

Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie

“Berlin Metro” als Fahrplan

Eine weitere Anwendung für die Orientierung ist “Berlin Metro”, ein Dienst, der das U- und S-Bahn Netz auf das G1 bringt. Die Anwendung hält den Vergleich mit “Fahrplan” (iTunes Link) am iPhone zwar nicht stand, ist aber im Moment noch die einzige Anwendung für diesen Zweck am G1. Hier wird man sich noch ein wenig gedulden müssen, bis bessere Alternativen nachkommen.

Denn viel mehr als ein Bild des Verkehrsnetzes bietet das Programm noch nicht. Die Suchfunktion besteht nur aus einer Liste der Haltestellen, die man durchsuchen muss. Eine Suchfunktion innerhalb der Liste wird auch nicht geboten. Von den Abfahrzeiten, einer Umgebungssuche oder gar Routenplanung ist man bei dieser Anwendung noch weit entfernt.

G1 - Berlin Metro

G1 – Berlin Metro

“Qype” zum Finden von gutem Essen

Qype ist für mich mittlerweile ebenfalls sehr nützlich geworden. Ich finde damit jederzeit etwas Gutes zum Essen und kann mir vor dem Eintritt in ein Lokal noch schnell die Meinungen anderer User durchlesen und die Wahl dementsprechend ändern.

Qype am G1Qype am G1- DetailQype am G1 - Bewertungen

“Wikitude AR Travel Guide” am Fernsehturm

Die innovativste Anwendung für das G1 ist in meinen Augen “Wikitude” von Mobilizy. Das behaupte ich nicht nur, weil es sich um ein Salzburger Startup handelt, sondern weil die Frage “Was ist in meiner Nähe” wirklich innovativ beantwortet wird.

Wikitude blendet Informationen zur Umgebung als Overlays in das Kamerabild ein. Eine Karten- und Listenansicht ist auch möglich. Die Informationen werden von Wikipedia und QYPE bezogen.

Eine perfekte Gelegenheit Wikitude zu testen, war der Blick vom Fernsehturm in Berlin über die Metropole. Berlin glänzt in meinen Augen ja nicht durch Übersichtlichkeit, mit Wikitude hat sich der Nebel zumindest ein wenig gelichtet.

Leider musste ich die Screenshots wieder einmal nachstellen (keine Screenshots am G1), deshalb der Blick von unserer Terrasse auf den Augarten:

G1 - Wikitude

G1 – Wikitude

Wikitude Kartenansicht

Wikitude Kartenansicht

“The Weather Channel” für die Wetterprognose

Bei einem Sightseeing-Trip ist es notwendig, die richtige Kleidung und Schuhwerk mitzuhaben. Um das gewährleisten zu können, versorgt einen der “The Weather Channel” mit ausführlichen Wetterinformationen und Prognosen für die nächsten Tage. Das Wetter wird dadurch zwar nicht besser, aber zumindest kann man sich entsprechend vorbereiten.

Weather ChannelPrognose

Kamera zum Festhalten der Erinnerungen

Theoretisch kann man mit der integrierten Kamera die Eindrücke der Stadt für später festhalten und auf eine zusätzliche Kamera verzichten. Theoretisch, weil die G1-Kamera Schrott ist und ich mich wohl ewig über die miesen Bilder ärgern würde. Deshalb habe ich auf die Kamera meines N95 vertraut. Das N95 ist zwar auch keine DSLR Kamera, für den Schnappschuss zwischendurch reicht es aber allemal und außerdem beschert sie mir keinen schiefen Rücken vom Tragen.

Leider kann die Kamera auch nicht durch ein Firmware-Update verbessert werden. Die Anwendung “SnapPhoto” versucht die Qualität der Bilder durch Verwendung des Lagesensors zu verbessern. Die Anwendung will erkennen, wann die Kamera ruhig gehalten wird und löst erst dann aus. Das Ruhig-Halten ist aber wohl das kleinste Problem und die schlechte Kamera wohl ein Hauptargument gegen das G1.

G1 - SnapPhoto

G1 – SnapPhoto

Roaming vs. WLAN

Die oben genannten Anwendungen werden wohl auch kritische Geister schnell von mobilen Diensten im Urlaub überzeugen. Es ist wirklich praktisch, das Handy auch im Ausland ins Web zu jagen – Kopfschmerzen bereitet da nur die Telefonrechnung danach.

Freies WLAN ist in Berlin zwar oft zu finden, in der Nähe der typischen Touristenattraktionen ist aber kaum damit zu rechnen. Bleibt die Hoffnung, dass die Verfügbarkeit von freien WLANs in Zukunft zunimmt. Berlin testet so etwas ja gerade, andere Städte sind schon weiter oder freie Initiativen versuchen ähnliches.

Ich halte solche Initiativen für sehr wertvoll und wichtig. Allerdings haben hier die Mobilfunker starken Handlungsbedarf. Es ist kaum zu argumentieren, dass weltweit operierende Mobilfunker Geräte verkaufen, mit dem man Always-on ist und dies enden soll, sobald man die Landesgrenzen verläßt. Zumindest innerhalb der EU sind ja Grenzen etwas Abstraktes geworden und man bewegt sich völlig frei. Warum muss gerade ein Kommunikationsgerät noch an Grenzen gebunden sein, wenn sogar derselbe Provider am Display erscheint?

Sport mit dem Handy

February 3rd, 2009   •   2 comments   

Heute habe ich das G1 mal beim Laufen getestet. Nokia bietet mit Sportstracker und viNe ja wirklich gute Anwendungen um seine Aktivitiäten mit GPS aufzuzeichnen. Sportstracker kann seit kurzem auch mit einem Pulsmesser von Polar verbunden werden. Ob man damit auch sofort gleich fit und hip durch die Straßen läuft wie der Darsteller im Promo-Video, waage ich jetzt mal zu bezweifeln.

Jedenfalls gibt es für das G1 mit Buddy Runner eine sehr gute und einfach zu bedienende Anwendung, mit der man seine sportlichen Outdoor Aktivitäten tracken kann. Outdoor, weil man für den GPS-Empfang im Freien sein muss.

Die Anwendung ist wirklich sehr einfach zu bedienen. Nach der Eingabe einer Mail-Adresse und seines Gewichtes muss die Anwendung eigentlich nur noch mit einem Druck auf “Start” gestartet werden. Damit wird die Aufzeichnung gestartet und das Workout aufgezeichnet. Ein Blick auf das Display verrät einem sofort wie lang man unterwegs ist, die zurückgelegte Strecke und die Geschwindigkeit. Besonders gelungen finde ich das Audio-Feedback. Eine Stimme informiert einem nach jedem zurückgelegten Kilometer über den aktuellen Stand. Hier sind natürlich Kopfhörer zu empfehlen, da man sonst sicher etwas schräg angesehen wird. Die laufende Musik wird dabei kurz pausiert und danach wieder weiter abgespielt. Schade das die Kopfhörer absoluter Schrott sind und nicht anständig in meinen Ohren halten wollen.

Der Reiter “Map” zeigt einem die bereits zurückgelegte Strecke auf der gewohnten “Google Maps” Karte.

Wenn man sein Training beendet hat, genügt ein “End” um die Aufzeichnung zu stoppen. Danach wird die Aufzeichnung auf die Plattform des Anbieters geladen und eine Mail an die angegebene Adresse versendet. Somit kann man nach dem Duschen sofort seine Leistung bewundern und erhält ein Logbuch seiner Trainings. Kalorienverbrauch inklusive.

Leider kann ich am G1 keine Screenshots ohne PC machen, daher konnte ich sie nicht während der Aufzeichnung machen.

Super wäre noch die Möglichkeit der Integration der Trainings in andere Seiten oder die Integration von anderen Social Media Diensten. Ich könnte mir gut eine Facebook-Anwendung vorstellen oder einfach das Versenden eines Twits, wenn man zu Laufen beginnt und aufhört. Hier werden sich die Anbieter aber sicher noch etwas einfallen lassen, die Anwendung ist ja noch jung.

Austrias Next Topmodel und das G1

February 2nd, 2009   •   1 comment   

Heute musste ich mit Schrecken beobachten, wie die “Models” der Puls4-Show “Austrias Next Topmodel” das G1 wirklich unter seinem Wert präsentiert haben. (warum ich sowas sehe, will ich hier nicht näher erörtern)

In der heutigen Episode hatten sie unter anderem die Aufgabe, in Mailand den Weg zu mehreren Castings zu finden. Kurz gesagt: Das G1 stieg dabei nicht wirklich gut aus.

Wenn aber jemand keinen Stadtplan lesen kann, dann kann auch die beste Karten-Anwendung am Handy nichts machen. Ich selbst bin ständig in Wien unterwegs und treff mich oft mit Leuten an unterschiedlichen Orten bzw. Lokalen. Ich gebe auch ganz offen zu, dass ich mich in Wien nicht gut auskenne. Als Bergmensch, wie mich meine Freundin immer bezeichnet, kann und will ich mir einfach keine Straßennamen merken. Ist aber auch gar nicht notwendig, ich habe immer ein Handy dabei und kann – im Gegensatz zu Models – Straßenkarten ganz gut lesen.

Ich finde das Google Maps am G1 wirklich gut implementiert ist und auch einfach zu bedienen ist. Einziger Kritikpunkt für mich ist eine Fehlpositionierung in der Nähe der Wiener Mariahilferstraße. Ich war plötzlich vor der Küste Wales. Hier hat wohl T-Mobile bei einem Sendemasten die falschen Koordinaten hinterlegt, anders kann ich mir das nicht erklären.

Der schlechte Ruf von “Sende eine SMS an…”

January 9th, 2009   •   no comments   

Beim Durchstöbern der Post während der Feiertage (da macht man sowas mal etwas genauer) bin ich auf eines dieser “Gutscheinheftchen” mit allerlei entbehrlichem (Münzen, 5er-Pack Unterhosen, Sexkataloge, …) gestoßen. Mit dabei war auch einer dieser SMS-Abo Dienste.

Eigentlich war ich ja der Meinung, dass diese Praktiken schon der Vergangenheit angehören und die Konsumenten über die Abzocker-Praktiken dieser Anbieter Bescheid wissen. Dem ist aber offenbar nicht so, sonst würde es in diesem Bereich wohl keine Anbieter mehr geben.

Das Kleingedruckte:

3 Handy Downloads im Sparpaket von € 4,00/Woche, zzgl. SMS/WAP/GPRS-Kosten (ab 18 J.). Jederzeit Ende: stopibtop per SMS.
Nach Aufbrauch des Clubguthabens € 4,00/Produkt…

Ich wäre neugierig, warum das Keyword zum Abbestellen “stopibtop” sein muss und wie viele Abonnenten dieses dann noch wissen. Ein Einfaches “stop” ist wohl zu naheliegend, um den Wucher abzustellen.

Bitte liebe Konsumenten, haltet euch von derartigen Angeboten fern und schickt ja keine SMS an die angegebene Nummer. Liebe Anbieter, bitte beschmutzt nicht weiter die positiven Möglichkeiten von SMS-Kampagnen und zerstört nicht das Vertrauen der Kunden, bevor es sich gebildet hat. Wenn man an solche Dienste denkt, muss man bei jeder Aufforderung “Senden Sie eine SMS an…” zusammenzucken und schreiend davonlaufen.

Nokia N96 – Berlin (Fotos)

December 19th, 2008   •   4 comments   

Letztes Wochenende hatte ich in Berlin zu tun und habe das gleich genutzt um die Fotofunktion des N96 auf die Probe zu stellen. Deshalb habe ich meine Digitalkamera gleich zu Hause gelassen und mich voll auf die gute 5 MP-Kamera des Nokia N96 verlassen.

Das beste Feature der Kamera ist, das alle Bilder automatisch geogetaggt werden. Damit können die Bilder nach dem Upload zu Ovi oder flickr automatisch auf einer Landkarte angezeigt werden. Dadurch wirken die Bilder für mich viel authentischer und man weiß sofort wo sich das Bauwerk befindet oder wo man was erlebt hat.

Leider bietet Ovi noch keine Funktion zum Einbetten der Karte

Die Kamera funktioniert gut und mach (bei Tageslicht) wirklich gute Aufnahmen. Für Aufnahmen im Dunkeln ist leider der Blitz etwas zu schwach und die Bilder werden körnig.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Druckpunkt des Auslösers, der hätte etwas weniger schwergängig ausfallen können.

Wofür der LED-Blitz aber perfekt ist, ist für Nahaufnahmen und zum Fotografieren von Dokumenten. Die LEDs leuchten die Scene eher gleichmäßig aus und haben nicht so ein hartes Licht wie ein normaler Blitz. Dadurch spiegelt es weniger und das Objekt wird besser ausgeleuchtet.

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