Letztes Wochenende hatte ich in Berlin zu tun und habe das gleich genutzt um die Fotofunktion des N96 auf die Probe zu stellen. Deshalb habe ich meine Digitalkamera gleich zu Hause gelassen und mich voll auf die gute 5 MP-Kamera des Nokia N96 verlassen.
Das beste Feature der Kamera ist, das alle Bilder automatisch geogetaggt werden. Damit können die Bilder nach dem Upload zu Ovi oder flickr automatisch auf einer Landkarte angezeigt werden. Dadurch wirken die Bilder für mich viel authentischer und man weiß sofort wo sich das Bauwerk befindet oder wo man was erlebt hat.
Leider bietet Ovi noch keine Funktion zum Einbetten der Karte
Die Kamera funktioniert gut und mach (bei Tageslicht) wirklich gute Aufnahmen. Für Aufnahmen im Dunkeln ist leider der Blitz etwas zu schwach und die Bilder werden körnig.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Druckpunkt des Auslösers, der hätte etwas weniger schwergängig ausfallen können.
Wofür der LED-Blitz aber perfekt ist, ist für Nahaufnahmen und zum Fotografieren von Dokumenten. Die LEDs leuchten die Scene eher gleichmäßig aus und haben nicht so ein hartes Licht wie ein normaler Blitz. Dadurch spiegelt es weniger und das Objekt wird besser ausgeleuchtet.
Meine derzeitige Lieblingsanwendung von Nokia ist Nokia viNe und ich habe damit einen Spaziergang durch den 1. Wiener Gemeindebezirk gemacht, um die GPS, Foto und Video-Eigenschaften des N96 zu testen.
Kurz gesagt, geht es bei der Anwendung um das Thema “Wo war ich und was hab ich dort gemacht?”
In diesem Sinne protokolliert die Anwendung alles, was während eines Weges gemacht wird. Dabei werden Fotos, Videos und die gehörten Songs an den jeweiligen Positionen auf der Strecke eingezeichnet.
Mancher mag sich fragen, wozu das gut sein soll, aber in Zeiten von Twitter, Facebook und Co. regiert der Exhibitionismus und man will seine Freunde, Bekannten, usw. ständig am Laufenden halten. Weshalb so eine Anwendung sicher auf Interesse stoßen wird. Außerdem kann eine City-Tour mit dieser Anwendung auch um einiges spannender präsentiert werden, wenn die Bilder auch noch im geografischen Kontext dargestellt sind.
Zum Starten/Tracken muss einfach “Record” gedrückt werden. Die Anwendung kann dann in Hintergrund gegeben werden und zeichnet trotzdem die Bild-, Audio-, Video-Ereignisse auf. Man kann das Ganze entweder gleich live streamen, oder den Track am Ende hochladen.
Hier beginnen auch die Probleme: das Live-Tracken macht im Grunde ziemlich wenig Sinn, da die Aktion weder über Twitter versendet wird oder sonst wo sichtbar ist. Man kann nur auf gut Glück auf das Sportstracker-Profil der Person gehen und würde dort dann den aktuellen Weg sehen.
Aber auch die Nutzung nach dem Upload ist nicht wirklich gut gelöst. Der Track ist nur innerhalb von Nokia Sportstracker verfügbar und kann nicht in die eigene Webseite oder Blog integriert werden. Das Einzige was man machen kann, ist den Pfad als .kml für Google Earth exportieren. Google Maps kann diese Datei übrigens ebenfalls anzeigen. Die Datei muss nur online gespeichert sein und dann kann man den Pfad in die Suchleiste bei Google Maps eingeben:
Dieser Workaround ist einerseits nur eine sehr abgespeckte Nutzung der Daten; Bilder und Videos werden dabei nicht angezeigt, außerdem ist er wohl auch nicht für jeden User verständlich.
Was außerdem schwer zu kommunizieren sein wird, ist die Tatsache, dass die Daten unter Sportstracker zu finden sind. Warum legt man die beiden Dienste nicht gleich zusammen und kommuniziert nur noch einen Namen?
Ein weiterer Kritikpunkt ist der Akkuverbrauch. Klarerweise zehrt eine ständig offene Datenverbindung und aktiviertes GPS gehörig am Akku. Dies führt neben dem ohnehin schwachbrüstigen Akku zu einer weiteren dramatischen Verkürzung der Erreichbarkeit und man schafft definitiv keinen ganztägige Stadtbesichtigung mit aktiviertem Tracking.
Die offene Datenverbindung ist auch ein eindeutiges Killer-Argument, warum man die Anwendung im Ausland nicht nutzen wird. Die Kosten für Datenroaming sind einfach zu unattraktiv und unübersichtlich, kaum jemand wird dafür eine hohe Telefonrechnung riskieren. Gerade dort würde so eine Anwendung meines Erachtens aber am meisten bringen, zuhause hält sich der Mehrwert doch etwas in Grenzen.
Nichtsdestotrotz macht die Anwendung Spaß und lässt auf bessere Integration und Nutzungsmöglichkeiten hoffen.
Den Spaziergang in voller Pracht kann man hier unter Sportstracker betrachten.
Die Bilder habe ich auch bei Ovi raufgestellt. Diese Gallery lässt sich super einbinden und man hat auch mehrere Varianten zur Auswahl:
Falls ihr euch fragt, wie die ganzen Screenshots auf dieser Seite entstanden sind, kann ich euch nur auf die Seite von Antony Pranata verweisen. Er bietet dort ein einfaches wie geniales Programm unter GNU GPL (General Public License) an, mit dem man einfach und schnell Screenshots von seinem Symbian S60 Handy machen kann.
Das Tool bietet auch die Möglichkeit, sehr sinnvoller Einstellungen vorzunehmen:
Auf dem iPhone funktioniert es seit Firmware 2.2 (in Englisch), jetzt kann man auch mit einem S60-Handy virtuell durch die Straßen gehen.
Die Einbindung von Street View in Google Maps Mobile ermöglicht noch realistischeres Navigieren durch eine unbekannte Stadt und das Erkunden von neuen Orten. Einem kurzer Ausflug auf den Times Square steht somit nichts mehr im Weg. Sofern an dem gewünschten Ort Street View schon vorhanden ist, in Österreich ist mir noch keine erfasste Stadt bekannt. Überhaupt sind die in Street View erfassten Gegenden in Europa noch Mangelware. Gut zu erkennen im Bild “Street View in Europa” anhand der blauen Markierungen.
Eine Wertung von Street View will ich hier bewußt nicht machen, auch wenn ich die Bedenken von Datenschützern gut nachvollziehen kann.
Via Google Mobile Blog (in Englisch)
Mobiltelefone sind mittlerweile so leistungsfähig und funktionsreich, dass es notwendig geworden ist, immer wieder Updates der Firmware nachzuschieben. Bislang war das meist etwas umständlich und mit einem völligen Datenverlust verbunden, was die ganze Sache sehr unattraktiv gemacht hat und das ich selbst sehr ungern gemacht habe.
Kontakte, Termine und Dateien lassen sich ja mit der PC-Suite (Nokia – andere Hersteller bieten ähnliche Anwendungen) einfach und schnell synchronisieren. Mitteilungen gehen verloren und installierte Anwendungen muss man umständlich wieder neu installieren.
Mit dem Nokia N96 kann man als eines der ersten Geräte seine Firmware über UMTS oder WLAN updaten und die Daten bleiben komplett erhalten. Das Ganze nennt sich Firmware OTA (Over the air) und erleichtert den Vorgang ungemein.
Ich bezweifle zwar – das deshalb jeder Besitzer eines Mobiltelefons ständig seine Firmware aktualisiert – aber bei Problemen mit dem Gerät bringt dies einen deutlichen Vorteil. Im Vorteil sind hier wiederum Besitzer eines “freien” Handys, da die Betreiber-spezifischen Firmware-Updates meist 1-2 Monate länger auf sich warten lassen.